Klappentrompete
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts konstruierte der Wiener Trompeter Anton Weidinger (1766-1852) eine „organisierte Trompete mit Klappen, mittels derer sich in allen Lagen alle chromatischen Töne erzeugen lassen“. Die Klappentrompete des Anton Weidinger erschloss ganz neue Ausdrucksbereiche: Nun konnte man auch im tiefen Tonbereich Melodien und chromatische Durchgänge spielen. Allerdings war der Klang der Klappentrompete weicher und weniger durchdringend, so dass das Instrument des Öfteren mit dem sonoren Klang der Oboe oder der Klarinette verglichen wurde. Um seine neue Erfindung der Öffentlichkeit zu präsentieren, hatte Weidinger bei mehreren Komponisten Trompetenkonzerte in Auftrag gegeben und kündigte am 28. März 1800 eine „große öffentliche Akademie“ an.
Das berühmte Konzert für Klappentrompete in Eb Dur von Joseph Haydn, welches im Rahmen dieser Akademie uraufgeführt wurde, schöpfte die neuen Möglichkeiten, die sich für die Trompete damit ergaben, bis an die Grenzen aus. In der Folgezeit wurden viele weitere Konzerte für Weidinger geschrieben u.a. das ebenso berühmte Es-Dur Konzert von Johann Nepomuk Hummel. Da dieses Konzert eigentlich in E-Dur geschrieben wurde, ist davon auszugehen, dass Weidinger in der Zeit zwischen den beiden Konzerten ein neues Trompetenmodell entwickelte.
Auch wenn Weidinger selbst die Klappentrompete bis ca. 1845 verwendete und der neuartige Ventil-Mechanismus der Trompeten in der Anfangszeit (bis ca. 1850) sehr unzuverlässig war, so konnte die Klappentrompete nicht mit den Neuerungen standhalten und wurde recht schnell von den Ventiltrompeten ersetzt. Dies geschah allerdings nicht flächendeckend, so dass vor allem in der Militärmusik Österreichs und Italiens die Klappentrompete deutlich länger benutzt wurde.
Es sind uns in der heutigen Zeit ca. 50 Originalinstrumente erhalten, die in verschiedenen Museen ausgestellt werden.
Quelle Wikipedia!
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